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Prävalenz -Studien

Diese Studie ist aktuell die wichtigste Referenz für die Prävalenz von Pornography Use Disorder (PUD) in Deutschland, da sie spezifisch auf die neuen ICD-11-Kriterien der „Zwanghaften sexuellen Verhaltensstörung“ (Compulsive Sexual Behaviour Disorder, CSBD) zugeschnitten ist.

Wobei CSBD sich auf alle sexuellen Verhaltensweisen bezieht wie Prostitution, wechselnde Partner, Cybersex.

PUD bezieht sich exklusiv auf den Konsum von Pornographie.

​Prävalenzraten: Die genannten Werte (4,7 % Gesamt, 8,3 % Männer, 1,3 % Frauen) sind korrekt.

​Altersverteilung: Dass jüngere Männer besonders betroffen sind (jeder Fünfte unter 30), deckt sich mit internationalen Beobachtungen zur „Generation Internet“.

​Methodik: Die Kombination aus CSBD-19 (für die ICD-Kriterien) und PPCS-6 (für die psychologische Belastung) gilt als Goldstandard in der aktuellen Forschung zu Verhaltenssüchten.

​2. Studie Briken et al. (2022) / GeSiD-Studie

​Die GeSiD-Studie ist die umfassendste Untersuchung zur sexuellen Gesundheit in Deutschland seit Jahrzehnten.

​Unterschied zu Markert: Während Markert et al. Spezifisch auf Pornografie fokussierten, untersuchte die GeSiD-Studie das breitere Spektrum des zwanghaften Sexualverhaltens (CSBD). Da Pornografiekonsum die häufigste Manifestation von CSBD ist, sind die Studien gut vergleichbar, erklären aber die leicht unterschiedlichen Prozentzahlen (3,2 % vs. 8,3 %).

​Erhebungsmethode: Der Hinweis auf die Face-to-Face-Umfrage ist wichtig. Bei sensiblen Themen wie Pornsübe geben Menschen in persönlichen Gesprächen oft konservativere Antworten als in anonymen Online-Panels (Social Desirability Bias). Dies erklärt, warum die GeSiD-Zahlen tendenziell niedriger liegen.

Vergleich repräsentativer Studien zur Prävalenz problematischen Pornografiekonsums

Merkmal Markert et al. (2023)                                        Briken et al. (2022) – GeSiD
Fokus Spezifisch Pornografie (PUD)                            Zwanghaftes Sexualverhalten (CSBD)
Methode Online-Panel (n = 2.070)                               Face-to-Face (n = 4.633)
Männer (12-Monate) 8,3 %                                              3,2 %
Frauen (12-Monate) 1,3 %                                                1,8 %
Hauptmerkmal Hohe Belastung bei U30-Männern
burnout

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