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Psychotherapie » Erektile Dysfunktion

Erektile Dysfunktion

Sexuelle Funktionsstörungen durch Pornos entstehen durch eine Kombination aus sexueller Konditionierung (Sensibilisierung) und einer Desensibilisierung des Belohnungssystems.

Dopamin und Erwartungshaltung: Dopamin steigt bei Neuartigkeit und übertroffenen Erwartungen, sinkt jedoch, wenn diese ausbleiben [1]. Internetpornografie erzeugt durch permanente Neuheit Reizmuster, die reale sexuelle Begegnungen kaum erreichen können. Dadurch bleiben im realen Kontakt die unbewussten Erwartungen unerfüllt, was zu einem relativen Dopaminmangel und erschwerter Erektion führt.

Fehltraining: Masturbation zu Pornografie wirkt wie ein Training für eine nicht reale sexuelle Situation, da sie weder Interaktion, Nähe, Geruch noch körperliche Resonanz beinhaltet, sondern auf rein visuelle, voyeuristische Reize reduziert ist.

Strukturelle Veränderungen im Gehirn

Chronischer Pornokonsum kann messbare neuronale Veränderungen hinterlassen:

Atrophie der grauen Substanz: Studien zeigen bei Männern mit pornoinduzierter (psychogener) ED eine reduzierte graue Substanz im Nucleus accumbens sowie im Hypothalamus. Diese Veränderungen gehen mit einer abgeschwächten dopaminergen Signalübertragung einher.

Adoleszenz als sensibles Entwicklungsfenster: Besonders in der Jugend ist das Gehirn stark formbar; sexuelle Reizmuster werden hier tief verankert und können spätere Präferenz- und Erregungsstrukturen nachhaltig beeinflussen

Symptome und Diagnose

Ein zentrales diagnostisches Merkmal ist die Abgrenzung zur organischen ED:

„Null-Linie“ und fehlende Morgenerektionen: Betroffene berichten häufig über das Ausbleiben nächtlicher Erektionen sowie über Phasen vollständiger Libido- und Antriebslosigkeit nach dem Beenden des Pornokonsums („Flatline“).

Fehldiagnosen: Aufgrund fehlender Morgenerektionen wird nicht selten eine organische Ursache angenommen, obwohl die Funktionsstörung primär zentral-neurologisch bedingt ist.

Der Weg zur Genesung: „Neuverdrahtung“

Die Literatur beschreibt eine mögliche Erholung durch einen Prozess der neuronalen Neuadaptation („Rewiring“)

Eliminierung künstlicher Reize: Voraussetzung ist der konsequente Verzicht auf pornografische und pornonahe Stimuli.

Rückbindung an reale Interaktion: Sexuelle Erregung muss erneut mit realer Nähe, zwischenmenschlicher Resonanz und körperlicher Interaktion verknüpft werden. Ergebnis: Nach abgeschlossener Adaptationsphase berichten Betroffene über eine normalisierte Libido, stabilere Erektionen und eine deutlich intensivere sexuelle Wahrnehmung im realen Kontakt.

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